FAQs - Fragen und Antworten

Wo bekomme ich Saatgut von SLK-Sorten?
Saatgut von Sorten, welche nach dem Saatgutgesetz zugelassen sind, kann beim jeweiligen Sorteninhaber bzw. Sortenerhalter bzw. bei dem Saatgutproduzenten bezogen werden. In der Datenbank werden Bezugsquellen angeführt bzw. die zugelassenen Saatgutmengen dargestellt.
Steht kein entsprechendes Saatgut zur Verfügung, dann muss es der Landwirt selbst vermehren. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die richtige Identität der Sorte gewahrt bleibt. Entsprechende Muster können bei den Erhaltern bzw. bei Genbanken (nur in sehr geringen Mengen) bezogen werden.

Kann ich jede Landsorte in der SLK-Förderung beantragen?

Die Förderungsmaßnahme des Anbaues von seltenen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen sieht die Förderung von namentlich festgelegten Sorten bzw. Landsorten oder Herkünften vor. Eine allgemeine unbestimmte Formulierung von Landsorten entspricht keiner Sorte laut SLK-Sortenliste.
Es werden nur Sorten gefördert, deren Identität auch überprüft werden kann.

Nach welchen Kriterien wurde die SLK-Sortenliste erstellt?

Die SLK-Liste wird durch ein Expertengremium unter Vorsitz des BMLFUW erstellt. Hier fließen die Erfahrungen aus den bisherigen Agrar-Umweltprogrammen und SLK-Sortenlisten ein.
Es wurden anhand von Kriterien zusätzliche Sorten neu aufgenommen, sowie andere Sorten wieder von der Sortenliste gestrichen.

Kann ich Saatgut von einem anderen Landwirt beziehen?

Saatgut von Arten, welche dem Saatgutgesetz unterliegen (siehe Artenverzeichnis nach dem Saatgutgesetz), muss für die Inverkehrbringung zugelassen bzw. zertifiziert sein. Nur die Weitergabe von Saatgut zum Schutz pflanzengenetischer Ressourcen zwischen Landwirten und Saatgutanwendern von nicht eingetragenen Sorten ist gestattet. Dabei sind jedoch die erlaubten Mengen an Saatgut gemäß Saatgutverordnung (Artenverzeichnis Spalte 4) einzuhalten (bei Weizen z.B. max. 200 kg).

Pflanzenbaulich betrachtet ist es durchaus zu begrüßen, dass Ackerfutter wie Klee, Kleegras usw. unter Deckfrucht (meist Hafer) angebaut wird. In diesen Fällen scheint dann nicht die Deckfrucht (Ernte gemeinsam mit der Untersaat in grünem Zustand), sondern die eigentliche Hauptkultur im Mehrfachantrag auf. Ist diese Vorgangsweise mit der Auflage Sortenreiner Anbau bei Teilnahme an der Maßnahme Anbau seltener landwirtschaftlicher Kulturpflanzen mit Steirerklee als SLK-Kultur vereinbar?
Saatgutgemenge entsprechen nicht dem geforderten sortenreinen Anbau, auch wenn es sich um eine Deckfrucht handelt. In der gegenständlichen Ausnahmesituation (Deckfrucht) wird empfohlen, da es sich ja um eine mehrjährige Kultur handeln wird, SLK im zweiten Jahr zu beantragen.

Ist es zutreffend, dass bei der Maßnahme Anbau seltener landwirtschaftlicher Kulturpflanzen jährlich mit zumindest einer Fläche teilgenommen werden muss?

Im Rahmen von ÖPUL 2015 gilt eine Mindestteilnahmefläche von 0,10 ha. Es besteht eine jährliche Teilnahmeverpflichtung für den gesamten Zeitraum.

Falls eine SLK-Kultur, zB. Schlägler Roggen, zu 100 % durch Auswinterung geschädigt ist, somit umgebrochen werden muss und keine weitere SLK-Kultur am Betrieb vorhanden ist:
Reicht in diesen Fällen ein formloses Schreiben (zB. mit Hinweis auf bewirtschaftungsverändernde Umstände?) an die AMA mit Saatgutnachweis, um Sanktionen zu vermeiden?

Kann die jährliche Mindestteilnahmefläche für die Maßnahme Seltene Landwirtschaftliche Kulturpflanzen (SLK) auf Grund der angeführten Umstände nicht erfüllt werden, hat gemäß Punkt 1.7.3.1 innerhalb von 15 Arbeitstagen eine Meldung an die AMA zu erfolgen.

Wie ist bei der Verunkrautung der SLK-Kultur Mohn vorzugehen, damit noch von der Erfüllung der Ernteverpflichtung ausgegangen werden kann und bei Vor-Ort-Kontrollen keine Beanstandung ausgesprochen wird. An eine Körnerernte ist jedenfalls nicht zu denken. Genügt es, wenn der Mohn (samt Unkraut) gemäht und abtransportiert wird (zur Kompostierung und nicht zur Fütterung)?
Grundsätzlich gilt auch die Mahd und der Abtransport des Erntegutes als Erfüllung der Ernteverpflichtung gemäß Punkt 1.6.5.1 der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015. Vorausgesetzt, dass der Mohn im Bestand deutlich überwiegt, gilt daher die Ernteverpflichtung bei der Maßnahme Seltene Landwirtschaftliche Kulturpflanzen als erfüllt und die Prämie kann gewährt werden, wenn der Mohn gemeinsam mit dem Unkraut gemäht und abtransportiert wird.
Erfolgt ein Umbruch der verunkrauteten Mohnfläche, hat gemäß Punkt 1.7.3.1 der Sonderrichtlinie ÖPUL 2015 unverzüglich eine Meldung an die AMA zu erfolgen.
Liegt eine solche Meldung vor und kann bei Nichterreichen der Mindestteilnahmebedingung an der Maßnahme der tatsächliche Anbau der SLK-Kultur durch entsprechende Belege glaubhaft gemacht werden, kann von der Beanstandung der erforderlichen Mindestgröße für das betroffene Antragsjahr abgesehen werden. Eine Prämie für SLK kann natürlich nicht gewährt werden.

Wird bei mehrjährigen Kulturen (Ernte in jedem Jahr) die Prämie immer gewährt?
Nein, bei mehrjährigen Kulturen kann die Prämie nur einmal gewährt werden und ist daher nur im Jahr der ersten Nutzung zu beantragen (bei Winterungen im darauf folgenden Mehrfachantrag).

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